Hausschwamm im Haus? Woran sie echten Hausschwamm erkennen, welche Risiken und Sanierungsmöglichkeiten bestehen.

Beim Hausschwamm unterscheidet man in der Regel zwischen dem braunen Kellerschwamm (coniophora puteana) und dem echten Hausschwamm (serpula lacrymans). Beide können Schäden am Haus verursachen. Gleichzeitig sind sie Verursacher von Problemen für die Gesundheit.

Schwämme haben bevorzugte Orte, an denen sie anzutreffen sind: Der Hausschwammbevorzugt so Hölzer, die in einem feuchten allerdings nicht zu kalten Milieu verbaut sind. Da häufig auf ihm sogenannte Guttationströpfchen (Wassertropfen) zu finden sind, wird er auch tränender Hausschwamm genannt.

Man kann ihn erkennen an dem typischen Oberflächen Mycel (fadenartige Pilzzellen), das bei der Berührung mit Luft sehr schnell zusammenfällt. Seine Mycelhäute kann man leicht vom Holz abziehen, die Mycelstränge sind in der Lage, den Pilz über weite Strecken mit Wasser zu versorgen und dies zum Pilz zu transportieren.

Weiterhin erkennen Sie den Hausschwamm am flachen Fruchtkörper, der mit Sporen und einem weißen Zuwachsrand besetzt ist. Da der echte Hausschwamm dem Holz die Cellulose entzieht gehört er zu den Braunfäuleerregern.

Haben Sie den Schaden erkannt, müssen Sie ihn in einigen Bundesländern melden. Er gehört zu den schlimmsten Baumängeln nach BGB. Bekämpfen sollten Sie ihn nicht alleine, sondern ein spezielles Fachunternehmen beauftragen.

Ein Merkblatt des WTA gibt zusätzliche Empfehlungen zur Sanierung. Bei der Sanierung müssen Holz und Mauerwerk trockengelegt werden, befallene Holzteile müssen zum Bekämpfen mit 1m Sicherheitsabstand von der zuletzt befallenen Stelle gesundgeschnitten werden. In manchen (schlimmen) Fällen hilft nur der Abriss oder der Austausch der gesamten Holzkonstruktion.

Aber auch das Abschlagen des Mauerwerks gehört dazu, das Auskratzen von Fugen und das Abflammen sowie eine chemische Reinigung, denn Pilzsporen können sich selbst in trockenem Zustand sehr lange halten. Das neue Holz, das an die Stelle des befallenen eingebaut wird, muss präventiv geschützt nach DIN-Norm sein.

Die menschliche Gesundheit ist durch den Hausschwamm selbst nicht gefährdet, enthält er doch keine Mykotoxine. Da er aber aufgrund der hohen Feuchtigkeit meist mit Schimmel einhergeht, der unterschiedliche Reaktionen hervorrufen kann, die Krankheitssymptome abbilden. Ob Hautreaktionen oder schweres Asthma, alles können Folgen eines Schimmelbefalls gepaart mit Hausschwamm sein. Da sich dieser auch in den verborgensten Deckenschüttungen, zwischen dem Stroh aufhalten kann und nur Eichenholz weniger mag, ist immer Vorsicht geboten. Während Schimmel bekämpft werden kann, gibt es für den Hausschwamm kein wirkliches Bekämpfungsmittel außer der Zerstörung seiner Brutstätten, der Trockenlegung von Holz und Mauern um ihm die "Nahrungsgrundlage" zu entziehen.